DIE ZEIT stellt Fakten zu Biobaumwolle bei H&M falsch dar: Beschwert Euch!

Im letzten Wirtschaftsteil schreibt DIE ZEIT: „Bis 2020 plant H&M nur noch Biobaumwolle, bis 2030 nur noch vollständig recycelte Materialien zu verarbeiten – …“. Das ist falsch. Diese falsche Behauptung verschafft Mitbewerbern von H&M einen Wettbewerbsnachteil. Die Autorin versteht das nicht (sie Mailwechsel unten) und will den Fehler nicht korrigieren. Wir brauchen also Eure Hilfe: Wenn Ihr das auch problematisch findet, dann schreibt der Autorin

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Im letzten Wirtschaftsteil schreibt DIE ZEIT: „Bis 2020 plant H&M nur noch Biobaumwolle, bis 2030 nur noch vollständig recycelte Materialien zu verarbeiten – …“. Das ist falsch. Diese falsche Behauptung verschafft Mitbewerbern von H&M einen Wettbewerbsnachteil. Die Autorin versteht das nicht (sie Mailwechsel unten) und will den Fehler nicht korrigieren. Wir brauchen also Eure Hilfe: Wenn Ihr das auch problematisch findet, dann schreibt der Autorin Nina.Piatscheck(at)zeit.de / DieZeit(at)zeit.de auch eine Mail und erklärt, dass Ihr keine falschen Fakten in DIE ZEIT lesen wollt.   

Zur Erläuterung die Informations-Mail an DIE ZEIT

Sehr geehrter Herr Dr. Uwe J. Heuser, sehr geehrte Frau Piatscheck

Sie haben leider in der Ausgabe 35 im Wirtschaftsteil in einem Artikel über H&M eine faktisch falsche Aussage. Dieser Fehler stellt H&M in ein sehr positives Licht, denn man liest, dass H&M bis 2020 plant, nur noch Biobaumwolle zu verarbeiten. Und das ist meines Wissens nach falsch und vor allem sehr ärgerlich für alle Unternehmen, die sich mit grossen Anstrengungen jetzt schon bemühen, 100% Biobaumwolle zu verwenden.

Konsumierende, die an nachhaltigen Produkten interessiert sind, haben durch Ihren Artikel den Eindruck, dass sie auch weiterhin zu H&M gehen können, wenn sie Produkte aus Biobaumwolle kaufen möchten. Letztendlich verschaffen Sie durch Ihre Falschaussage H&M einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Firmen, die 100% Biobaumwolle einsetzen (unseren Kunden).

Ich vermute nicht, dass die ZEIT das nicht in der Absicht einer Täuschung gemacht hat, aber ich bin schon ein bisschen enttäuscht darüber, dass so etwas passiert, und ich bitte Sie, den Fehler in der nächstmöglichen gedruckten Ausgabe sowie online zu korrigieren.

Lassen Sie mich kurz erklären:

In dem Artikel „Schweden zieht die Preise an“ schreiben und drucken Sie am 24.8.2017 auf Seite 24 (http://www.zeit.de/2017/35/h-und-m-arket-mode-textilindustrie/seite-3)

„Natürlich soll alles nachhaltig sein. Bis 2020 plant H&M nur noch Biobaumwolle, bis 2030 nur noch vollständig recycelte Materialien zu verarbeiten – oder solche „aus anderen nachhaltigen Quellen“.

Sie drücken sich durch den Nachschub etwas unklar aus. Jedenfalls lese ich aus Ihrem Satz , dass H&M bis 2020 nur noch Biobaumwolle verwenden will (und bis 2030 nur noch recyklierte Materialien oder andere aus nh Quellen); der Nachschub bezieht sich für mich klar auf den 2. Satzteil.

Wenn das stimmt, was Sie schreiben, wäre das sehr erfreulich für die Baumwollbauern dieser Welt. Aber Sie haben die von H&M gelieferten Fakten vermutlich falsch interpretiert oder falsch übersetzt – oder einfach nicht nachgefragt. Denn H&M plant nicht, bis 2020 nur noch Biobaumwolle zu verwenden.

H&M schreibt auf der Website und im Nachhaltigkeitsbericht von 2016 (Seite 10):

„Our aim is for all cotton in our range to come from sustainable* sources by 2020.“

In der Fussnote steht: * Certified organic cotton, Better Cotton (BCI) or recycled cotton.

Daraus haben Sie dann den falschen (oder missverständlichen) Satz oben gemacht.
Der letzte mir bekannte Anteil an Biobaumwolle bei H&M lag bei rund 15% (der grosse Rest ist BCI Cotton). Ich habe im Internet keine Details zur Verwendung von Biobaumwolle gefunden.

BCI cotton erlaubt den Einsatz von GMO Saatgut; es verringert den Einsatz von Pestiziden um ein paar % und lehrt die Bauern nachhaltiger anzubauen, indem IPM-Methoden (integrated pest management) verwendet werden. Das ist aber etwas komplett anderes als ein Bio-Anbau.

Fragen Sie doch bei H&M noch einmal nach zum angestrebten Bioanteil bis 2020 – und korrigieren Sie Ihren Satz dann bitte baldmöglichst.

Besten Dank und freundliche Grüsse
Mark Starmanns


​​
Mark Starmanns
GET CHANGED! The Fair Fashion Network

 

Antwort von Nina Piatscheck

Sehr geehrter Herr Starmanns,

haben Sie vielen Dank für Ihr Schreiben. Sie haben recht, der Satz ist nicht ganz präzise formuliert, das tut mir leid. Einen faktischen Fehler sehe ich jedoch nicht. Ich denke auch nicht, dass dieser Satz oder Artikel H&M einen Wettbewerbsvorteil verschafft.

Die Kennzeichnung von „nachhaltigen“ Materialien ist ein Thema, das wir auf dem Schirm haben. Die Augenwischerei, die dort betrieben wird, auch. Erst vor wenigen Monaten haben wir über recycelte Materialien berichtet, die für viele aktuell das neue Allheilmittel sind.

Ich freue mich über Ihren Kontakt, vielleicht können wir in Zukunft einmal zu dem Thema sprechen?

Herzliche Grüße
Nina Piatscheck

 

ANTWORT

Sehr geehrte Frau Piatscheck

Vielen Dank für Ihre Mail. Jetzt stehe ich ein bisschen auf dem Schlauch, weil ich nicht nachvollziehen kann, warum Sie nicht glauben, dass Sie in Ihrem Artikel einen faktischen Fehler haben.

H&M sagt, dass es bis 2020 Baumwolle „aus nachhaltigen Quellen“ einsetzt.

Sie machen daraus „Bis 2020 plant H&M nur noch Biobaumwolle, bis 2030 nur noch vollständig recycelte Materialien zu verarbeiten“.

Biobaumwolle ist nicht gleich „Baumwolle aus nachhaltigen Quellen“; Biobaumwolle ist ein kleiner Teil der Baumwollen, die allgemein bezeichnet wird als „aus nachhaltigen Quellen“.

Es ist also logisch falsch, wenn Sie die Teilmenge gleich mit der Gesamtmenge setzen.

Also ist es ein faktischer Fehler.

Wo ist jetzt mein Denkfehler?!

Herzlichen Dank für Ihre Erläuterung.

Mark Starmanns

PS Und natürlich verschaffen Sie H&M einen Wettbewerbsvorteil, wenn einen Artikel schreiben, in dem Sie HM&  Sie die Produkte besser machen als sie sind. Warum glauben Sie, dass Sie das nicht tun?

PPS Gerne können Sie Sie künftig bei mir melden für Hintegründe.

 

Antwort DIE ZEIT, 6.9.2017

Sehr geehrter Herr Starmanns,

ich habe erneut Rücksprache mit der Ressortleitung gehalten. Es wird keine Änderung geben. Der Satz endet mit dem Zusatz
– oder solche „aus anderen nachhaltigen Quellen“

Herzliche Grüße
Nina Piatscheck

Hintergründe

2 Kommentare

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